Ein Jahr als Distriktpräsident

D6 - pin_rgb - finalRound Table 36 Bonn – Mitglied Daniel Passbach hatte im Amtsjahr 2014/2015 das Amt des Distriktpräsidenten im Distrikt 6 inne. Nachdem er seine Kette an seinen Nachfolger Thomas Retzkowski vom Round Table 47 Mönchengladbach weitergereicht hat, blicken wir auf seine Amtszeit zurück.

 

Was hat Dein Jahr als Distriktpräsident geprägt?

Was das Tablerleben ja unabhängig von einem Amt ausmacht, ist die Begegnung mit einer unglaublichen Vielfalt an Menschen, die in puncto sozialer Verantwortung eine gemeinsame Idee verfolgen Das geflügelte Wort „Meeting old friends for the very first time“ beschreibt viele meiner Erlebnisse wohl sehr gut. Ich habe sehr viele „positiv Verrückte“ getroffen, die für Round Table und seine Idee brennen. Ich bin Menschen begegnet, die ich ohne RT wohl niemals hätte kennenlernen können, was meinen Horizont – nicht nur für das Tabler-Dasein, sondern deutlich jenseits davon – extrem erweitert hat. Dies empfinde ich als sehr gewinnbringend und nahezu unbezahlbar.

 

Kannst du uns bitte ein paar konkrete Erlebnisse schildern?

Ich hatte viele großartige Erlebnisse bei Events von Tischen in unserem Distrikt, die eine Menge Spaß gemacht haben und natürlich stets einen Service- bzw. Charity-Gedanken verfolgten. Beispielhaft möchte ich das Wasserskievent von RT 198 Neanderthal, Rock am Rathaus von RT 188 Tönisvorst, die Charity-Casino-Abende von RT 11 Köln und RT 61 Düren, das traditionelle Benefizkonzert von RT 58 Aachen, aber auch das 60-jährige Tischjubiläum von RT 3 Düsseldorf nennen. Hinzu kommen zahlreiche weitere Aktionen wie Straßenfeste oder Pfandraising-Events. Es ist wunderbar, eine solche Bandbreite an Aktivitäten im Sinne der guten Sache erleben zu können. Sehr schön war es auch zu sehen, bei wie vielen Events die Partnerinnen und die Familien der Tabler beteiligt waren und gemeinsam etwas bewegt haben. RT soll meiner Meinung nach eben nicht nur ein reiner Männerclub sein, sondern bietet auch jungen Familien die Möglichkeit zum gemeinsamen Service, Netzwerken und Spaß haben.

 

Mit welcher Motivation und welchen Zielen bist du dein Amt angetreten?

Mein vorrangiges Ziel war es, das tischübergreifende Tabling auszubauen. In der Vergangenheit hatte ich oft erlebt, dass die eben beschriebenen Aktionen zwar zahlreiche Besucher aus dem Umfeld des jeweiligen Clubs anlockten, der Besuch von den Nachbartischen aber eher spärlich ausfiel. Dies fand ich insbesondere aus zwei Gründen sehr schade: Erstens haben wir im schönen „rheinischen“ Distrikt 6 gegenüber anderen Regionen Deutschlands den Vorteil, dass die Entfernungen bei den maximalen Ausdehnungen zwischen Aachen und Bonn, dem Niederrhein und Daun recht überschaubar und manche Tische (z.B. Köln/Bergheim, Krefeld/Tönisvorst, Düsseldorf/Neanderthal) sogar echte Nachbarn sind. Zweitens kann man sich als Tabler beim Besuch anderer Tische unglaublich viel Inspiration für die Tätigkeit in der eigenen Runde holen. Wir müssen das Rad schließlich nicht immer neu erfinden, sondern können viel aus den Erfahrungen anderer lernen und somit unser tolles Netzwerk intensiv nutzen. Dies ist letztlich ja sogar in den Leitworten von Round Table – Adapt, Adopt, Improve – enthalten.

 

Hast du dein Ziel nach eigener Einschätzung erreicht?

Ich denke, dass ich – im Rahmen der Möglichkeiten, die einem das Amt des Distriktpräsidenten bietet –, zumindest einen Impuls in diese Richtung geben konnte. Darauf lassen zumindest diverse Rückmeldungen schließen – und natürlich die Teilnehmerlisten verschiedener Events im D6. Zum tischübergreifenden Tabling gehört ja weiterhin, dass die Distriktversammlungen ein attraktives lohnenswertes Event und kein lästiges Pflichtprogramm für die Tischpräsidenten sind. Die gemeinsame Durchführung je eines D6-Meetings von Round Table mit Old Tablers und Ladies‘ Circle sowie das Angebot eines kleinen Rahmenprogramms rund um den offiziellen Besprechungsteil herum  sollte hierzu beitragen. Das bietet Gelegenheiten zum Netzwerken sowie für einen lockeren, entspannten Austausch untereinander. Die Teilnehmerzahlen waren bei allen drei Distriktversammlungen erfreulich und das Feedback recht positiv.

 

Als Distriktpräsident bist Du automatisch Mitglied im Beirat von Round Table Deutschland. Welche Erfahrungen und Einblicke hast Du aus dieser Perspektive mitgenommen?

Dies war eine weitere erstklassige Facette des Amtes. Als Beiratsmitglied zu erleben, was auf nationaler Ebene in einer der in puncto Service aktivsten RT-Vereinigungen weltweit geschieht, war äußerst erbaulich und gewinnbringend. Ein Jahr lang in dieser Funktion ein wenig die Ausrichtung von Round Table Deutschland mitprägen zu können, ist schon klasse. Es war schön, unser nationales Serviceprojekt 2013-2015, das „Round Table Kinder- und Jugendcamp Kaub“ zu begleiten. Allen Skeptikern zum Trotz wurden mit vielen Unterstützern und fleißigen Händen die Aufnahme der ersten Jugendgruppen und schließlich die offizielle Eröffnung im Sommer 2015 möglich gemacht. Ebenso macht es Mut und Freude zugleich, mit der „Round Table-Bananenflankenliga“ einen würdigen Nachfolger in den Startlöchern zu sehen, von dem wir meiner Einschätzung nach noch einiges hören werden.
Einen eben geäußerten Gedanken wiederhole ich sinngemäß, wenn ich sage, dass jedes überregionale oder gar internationale RT-Event – wie z.B. ein Präsidiums- und Beiratsmeeting, ein deutsches oder internationales AGM oder ein CTM – den Blick noch mehr weitet für alles das, was bei Round Table möglich ist.

 

Du bist nun bereits 40 Jahre alt. Dies ist bekanntlich die Altersgrenze bei Round Table, nach der man automatisch ausscheidet. Wie sieht Deine Perspektive für die Zukunft aus?

DV Düsseldorf 04_2015Tabler bleibt man ein Leben lang. Wir können gemeinsam viele Dinge bewegen, zu denen wir alleine nicht imstande wären. Und bei den Old Tablers geht’s erst richtig los! Etwas ernsthafter gesagt: Die Entwicklung, die Old Tablers Deutschland in den letzten Jahren genommen hat, finde ich großartig. Mit dem Trend zu mehr Service – sowohl durch aktive Unterstützung der Round Table-Clubs, als auch durch eigene Projekte und Aktionen – bietet OT meines Erachtens eine wunderbare Perspektive für das „Leben nach RT“ für jeden Tabler. Das Tabler-Mindset scheint mir doch etwas Besonderes zu sein. Daher ist mir nie in den Sinn gekommen, einen der anderen Serviceclubs als Option nach meiner aktiven Zeit bei Round Table in Erwägung zu ziehen. Ich freue mich sehr auf die Zeit bei den „Oldies“, auf das Fortführen von bei RT geschlossenen Freundschaften und auf das weiterhin mögliche Mitmischen bei vielfältigen Service-Aktivitäten, z.B. beim Weihnachtspäckchenkonvoi. „Tabler sein heißt aktiv sein!“ – an diesem Motto möchte ich auch als Old Tabler sehr gerne festhalten.

Veröffentlicht unter Blog